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Älteste geistliche Barockresidenz am Oberrhein

Schloss Bruchsal

Donnerstag, 13. Februar 2020

Schloss Bruchsal | Allgemeines

Vandalismus: 45 Farbschmierereien an Schlossgebäuden und im Garten

Massive Grafitti an barocken Fassaden und Mauern: Im Schlossgarten Bruchsal haben in den letzten Wochen die Schmierereien stark zugenommen. Seit Ende Januar stellen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und das Amt Karlsruhe von Vermögen und Bau immer mehr Sachbeschädigungen im Schlossgarten und an den Schlossgebäuden fest. Der Sachschaden ist beträchtlich – aber auch der Imageschaden. Schloss Bruchsal ist nicht nur ein bedeutendes Kulturdenkmal, es ist der stärkste Magnet für Touristen, die nach Bruchsal kommen. Der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, zuständig für die Gebäude, hat daher Anzeige erstattet.

BETRÄCHTLICHE BESCHÄDIGUNGEN

Über die Jahre haben das Amt Karlsruhe und die Staatlichen Schlösser und Gärten immer wieder erlebt, dass man im Schlossgarten oder an Gebäudeteilen von Schloss Bruchsal Farbschmierereien feststellen musste. Immer wieder entwickelte sich der Schlossgarten zum nächtlichen Treffpunkt von Jugendlichen, die ihren Müll hinterließen. Was seit Januar geschieht, übersteigt aber das bisher bekannte Maß solcher Verunreinigungen und einzelner Sachbeschädigungen bei weitem. Nach dem letzten Wochenende stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der baden-württembergischen Schlösserzentrale und des Amtes Karlsruhe an insgesamt 45 Stellen Graffiti fest: an Fassaden, Mauern, Bänken, Schildern, Papierkörben und Leuchten. „Es macht den Eindruck, als hätte sich eine ganze Gruppe von Jugendlichen durch den gesamten Schlossgarten gearbeitet, von den Nebendienergebäuden, in denen wir arbeiten, bis ganz zur Bahnlinie auf das Gelände des Kinderspielplatzes und des Rosenrondells und wieder zurück.“ Das ist das erschütterte Fazit einer der Schlösser-und-Gärten-Mitarbeiterinnen: „Nahezu jede Bank und jeder Mülleimer wurde beschmiert.“

 

HOHE KOSTEN FÜR DAS ENTFERNEN DER GRAFITTI

Besonders die Schmierereien an den Bruchsteinmauern im Schlossgarten werden sehr schwer zu beseitigen sein: Das Fugenmaterial zwischen den Steinen ist so weich, dass kein Dampfstrahler eingesetzt werden kann. Für die Schmierereien an den Fassaden von Schloss und Schlossnebengebäuden mit ihrer barocken Farbgestaltung muss eigens ein Restaurator beauftragt werden, der die beschädigten Stellen neu fasst. Noch liegen keine Schätzungen vor; allerdings gehen die Fachleute davon aus, dass die Beseitigung der Schäden Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen wird.

 

MITARBEIT DER BEVÖLKERUNG WICHTIG

Der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, das die Gebäude betreut, hat Strafanzeige erstattet. Die Polizei wird das Gelände ab sofort verstärkt bestreifen. „Uns geht es auch darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren: Wer beobachtet, wie jemand dem Bruchsaler Schloss einen Schaden zufügt, soll den Vorfall gleich der Polizei melden“, erklärt Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Stadt Bruchsal und Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg gehen dabei gemeinsam vor: Das barocke Schloss der Fürstbischöfe von Speyer ist eines der ganz herausragenden Monumente im Land. Es ist der Sitz der Zentrale der Schlösserverwaltung des Landes. Zugleich ist es das Wahrzeichen und Herzstück der Stadt – und es hat höchsten Symbolwert. Im März vor 75 Jahren, kurz vor Kriegsende 1945, fiel die bedeutende Anlage einem Bombenangriff zum Opfer. Nach der Zerstörung wurde sie in mehreren Etappen mit hohem Aufwand rekonstruiert und präsentiert sich heute wieder im alten Glanz.

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