Luftansicht des Gartens von Schloss Bruchsal

Stimmungsvolles GrünDer Garten

Zu einem Barockschloss gehörte ein formaler, geometrisch gestalteter Garten nach Vorbildern aus Frankreich. In Bruchsal entstand der Schlossgarten in mehreren Etappen. Einzelne Elemente davon sind noch heute erkennbar, andere wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu idyllischen Partien umgestaltet.

Luftansicht von Schloss und Garten von Osten

Dominant: die barocke Wegachse.

Dominante Mittelachse

Die große barocke Wegachse, von Kastanien gesäumt, gliedert den Garten damals wie heute. Einst war die Anlage doppelt so groß, doch im 19. Jahrhundert wurde der untere Teil durch die Bahnlinie abgetrennt. Jenseits der Schienen ist er heute bewaldet, die Fortsetzung der Gartenachse ist aber noch erkennbar. Ursprünglich verlief die Straße bis zum Ort Graben – sie war damit Teil eines weitläufigen, unter Fürstbischof Schönborn angelegten Alleensystems, das die rechtsrheinischen Gebiete seines Landes durchzog

Gartenfront von Schloss Bruchsal mit blühender Pflanze

Auch heute zieren Kübelpflanzen das Schloss.

Wasserspiele und Kübelpflanzen

Nahe dem Schloss plätschern die Fontänen der Wasserbassins. In den Seitenbereichen standen zur Zeit des Barock zahlreiche Zitrus- und andere Kübelbäumchen – man überwinterte sie in den beiden langgestreckten Orangerien. Mit ihrer kunstvollen Figur- und Architekturmalerei in Gelb- und Grüntönen tragen die ehemaligen Orangeriegebäude bis heute zum besonderen Flair der Anlage bei. Fürstbischof Hutten ließ sie in den 1740er-Jahren umbauen, um hier Hofangestellte unterzubringen.

Hellebardier, Skulptur vor Fassade am Schloss Bruchsal, Joachim Günther zugeschrieben, um 1758

Ein Hellebardier bewacht das Schloss.

Gartenfiguren

Den Übergang zum niedriger gelegenen Bereich des Gartens markieren kleine aneinandergereihte Wasserbassins. Hier stehen vier „Wächter“: die Figuren der Hellebardiere mit ihren langen Hieb- und Stoßwaffen. Joachim Günther und seine Werkstatt schufen sie Ende der 1750er-Jahre. Auch die Skulpturen entlang der Allee waren Günthers Werk. Sie verkörpern die vier Jahreszeiten und die vier Elemente – ein für Gärten des 18. Jahrhunderts typisches Figurenprogramm. Die Originale der vier Elemente stehen im Gartensaal.

Kopie der Sandsteinfigur des Elements „Wasser“, Original um 1750/70, im Garten von Schloss Bruchsal
Kopie der Sandsteinfigur des „Sommers“, Original um 1750/70, im Garten von Schloss Bruchsal
Kopie der Sandsteinfigur des „Herbstes“, Original um 1750/70, im Garten von Schloss Bruchsal

Sandsteinfiguren der vier Elemente, wie das Wasser, und der vier Jahreszeiten, wie der Sommer und der Herbst, säumen die Gartenwege.

Bereich des Schlossgartens von Schloss Bruchsal

Idyllische Partie mit dem Schwanenteich.

Idyllische Wege

Links und rechts der Mittelachse lagen zur Zeit des Barock kunstvoll gestaltete Beete, in denen man aufwendige, aus zerkleinerten Steinen, Muscheln und niedrigen Pflanzen gebildete Ornamente anlegte. Im 19. Jahrhundert entstanden hier verschlungene Wege, umgeben von vielen Bäumen. Dazwischen haben sich barocke Wasserbassins erhalten. Ein weiteres großes Becken wurde 1908 in einen Teich, den Schwanenteich, umgestaltet und durch Felsen ergänzt. Die beiden Rondelle, die den seitlichen Abschluss der Anlage bilden, sind heute modern gestaltet.

Sehen Sie sich die Malereien an den ehemaligen Orangerien genauer an. Die Figuren am linken Bau verkörpern neun Tugenden, die am rechten Künste und Wissenschaften. Können Sie einige identifizieren?

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