La plus ancienne résidence baroque spirituelle du Rhin Supérieur

Château de Bruchsal

mercredi, 17. avril 2019

Château de Bruchsal | Généralités

Riesen mit Geschichte: Ausflüge zum „Tag des Baumes“ am 25. April

In den Schlossgärten in Baden-Württemberg spürt man nicht nur etwas vom Glanz des höfischen Lebens früherer Jahrhunderte. Diese grünen Paradiese sind die Heimat von jahrhundertealten Bäumen. Für die Erkundung der eindrucksvollen Baumriesen bietet sich der „Tag des Baumes“ am 25. April an: etwa im Schlossgarten der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz in Bruchsal. Auch der „Baum des Jahres“ 2019, die Flatterulme, ist hier zu finden.

BAROCKE BAUMSTRUKTUR

Der barocke Garten der Fürstbischöfe von Speyer, angelegt in den Jahren 1728 bis 1735, entsprach den Vorgaben der damaligen Gartentheorie: Er bezieht sich auf das Residenzschloss und greift mit seinen Weg- und Blickachsen weit in die Landschaft aus – sichtbares Zeichen dafür waren die schnurgeraden Alleen. In Bruchsal lässt sich, wenn man auf der Schlossterrasse steht, eine solche Achse durch den Schlossgarten und über die heutige Bahntrasse hinaus noch deutlich erkennen: Die von Kastanien gesäumte barocke Mittelachse bestimmt die Gliederung des Parks bis heute. Für die doppelreihigen Alleen hatte Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn Kastanienbäume aus der Schönborn’schen Baumschule von Schloss Seehof bei Bamberg bestellt.

 

HERRSCHAFTLICHE KASTANIEN

Die Rosskastanie ist ein barocker Modebaum par excellence. Aus dem Balkan stammend wurde sie 1575 von Konstantinopel aus in Wien eingeführt. Von dort gelangte sie über Frankreich 1699 nach Deutschland und wurde für kurze Zeit der beliebteste Zierbaum in den neu angelegten Barockgärten. Die Kastanie wurde von den Fürsten so hoch geschätzt, dass sie sogar – entgegen den Regeln der Gartenkunst – im hochherrschaftlichen Parterre, direkt am Schloss, angepflanzt wurde. Dies ist besonders eindrucksvoll in Bruchsal und als Randeinfassung auch im Schlossgarten Weikersheim und im Schlossgarten Favorite Rastatt zu erleben. Die fürstbischöfliche Familie von Schönborn trug wesentlich zur Verbreitung der Kastanie im süddeutschen Raum bei. In den Gärten ihrer Schlösser Favorite bei Mainz und Weissenstein bei Pommersfelden waren „indianische castanienbäume“ bereits Anfang des 18. Jahrhunderts zu bewundern.

 

EXOTISCHE BÄUME

Der dichte Baumbestand und die verschlungenen Wege in den Seitenbereichen des Bruchsaler Schlossgartens, die man heute hier findet, entsprechen nicht mehr der barocken Konzeption, sondern sind Umgestaltungen im Stil des englischen Landschaftsgartens, die von 1806 bis 1808 von dem großherzoglichen Gartendirektor Johann Michael Zeyher umgesetzt wurden. Auch die große Schwarznuss und der bizarre Trompetenbaum vor dem Kavalierbau stammen wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert. Wie der japanische Schnurbaum, den die Besucher im nördlichen Teil des Gartens unmittelbar neben der seitlichen Kastanienallee bewundern können, wurde auch der Trompetenbaum erst Mitte des 18. Jahrhunderts aus Asien in Mitteleuropa eingeführt. Eine alte Eiche im ehemaligen südlichen Boskett zeugt dagegen noch von der barocken Anlage aus den 1720er-Jahren.

 

BAUM DES JAHRES IM SCHLOSSGARTEN

2019 rückt die „Baum des Jahres Stiftung“ eine Ulmenart ins Licht der Öffentlichkeit, die bisher wenig bekannt ist: die Flatterulme. Sie ist ein hochgewachsener Baum der Feuchtwälder und Flussauen, in ganz Mitteleuropa heimisch und kann bis zu 250 Jahre alt werden. Ein typisches Merkmal des ca. 30 Meter hohen Baumes ist die Asymmetrie der Blätter am Blattgrund. Sechs Exemplare befinden sich im Schlossgarten von Bruchsal. Eines davon mit dem Pflanzjahr 1770 stammt sogar noch aus der Zeit von Fürstbischof Franz Christoph von Hutten: Es steht an der Straße Am Schlossgarten, in der Nähe des kleinen Bassins im oberen Schlossgarten. Die anderen fünf Bäume wurden im 19. Jahrhundert gepflanzt. Sie befinden sich an der Franz-Bläsi-Straße, gegenüber dem Treppenaufgang zum Kinderspielplatz, in der hinteren Alleereihe bei der Zufahrt zum Sportgelände, am Schlossraum 28/29, im unteren Schlossgarten an der Lindenallee sowie am Geh- und Radweg der Werner-von-Siemens-Straße.

 

VIELFALT DER GÄRTEN

Zu den Staatlichen Schlössern und Gärten gehören weitere lohnende Gartenanlagen, etwa der Barockgarten von Weikersheim, der nicht nur über ein barockes Gartenparterre verfügt, sondern auch einen Obstgarten bietet. Zu den Schlössern von Heidelberg, Schwetzingen und Rastatt-Favorite gehören ebenfalls historische Gärten mit altem Baumbestand. Der Botanische Garten in Karlsruhe ist eines der Herzstücke des Schlossgartens aus der Zeit der Stadtgründung vor 300 Jahren, in dem zahlreiche großartige Bäume zu erleben sind. Schloss Favorite in Ludwigsburg, direkt beim Residenzschloss, liegt inmitten von Baden-Württembergs ältestem Naturschutzgebiet – ein Refugium alter Baumriesen.

 

DER TAG DES BAUMES IN DEN SCHLOSSGÄRTEN UND PARKS
Der „Tag des Baumes“ wurde 1951 eingeführt. Er wird jedes Jahr am 25. April begangen und soll dazu beitragen, die Bedeutung der Bäume und des Waldes für den Menschen präsent zu halten – und auch an die wirtschaftliche Rolle des Waldes zu erinnern. Für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ist der „Tag des Baumes“ ein Anlass, auf den Reichtum der historischen Gärten hinzuweisen: In vielen Fällen haben sich in den traditionsreichen Anlagen alte Baumriesen erhalten.

 

SERVICE

Der Garten von Schloss Bruchsal ist frei zugänglich.

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Kastanienallee

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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

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