Luftbild von Schloss Bruchsal mit Kuppel der Hofkirche im Vordergrund

Streit um die Fresken der Hofkirche

Schönborn und der Maler

Cosmas Damian Asam schuf die heute zerstörten Deckenfresken in der Hofkirche Bruchsal. Er war berühmt und selbstbewusst – Fürstbischof Schönborn machte ihm bittere Vorwürfe wegen seiner Eigenmächtigkeiten. Doch am Ende gab es einen frisch geschossenen Rehbock als bischöflichen Dank.

Bildnis Cosmas Damian Asams von Egid Quirin Asam, um 1720/30

Der Maler Cosmas Damian Asam um 1720.

Neuer Maler gesucht

Ein Italiener hatte 1726 begonnen, die Hofkirche in Bruchsal auszumalen: Antonio Gresta. Doch ein Jahr später starb er völlig unerwartet. Durch Hofintrigen sei er zu Tode geärgert worden, klatschte man. Schönborn war mit Grestas Arbeit zufrieden gewesen, doch nun musste ein neuer Maler her: Cosmas Damian Asam (1686–1739). Er war berühmt, gefragt und teuer. 1728 bis 1729 malte er die Kirche St. Damian und Hugo aus und bekam dafür 5.000 Gulden.

Ausschnitt aus der historischen Fotografie des Deckengemäldes von Cosmas Damian Asam in der Hofkirche Bruchsal

Heiliger Damian auf dem Scheiterhaufen.

Streit zwischen Schönborn und Asam

Schon bald nach Beginn der Arbeiten kam es zum Streit. Im Oktober 1728 bat Asam, über den Winter nach Hause reisen zu können – dabei hatte er erst sieben Wochen in Bruchsal gearbeitet. Viel konnte er noch nicht geleistet haben, dachte der Bischof und fand, sein Verhalten sei „ …nichts als lauter chicane“. Als er selbst aufs Gerüst stieg, sah er das Gegenteil: Asam hatte schon ein beträchtliches Stück geschafft. Aber der Maler hatte eigenmächtig den Entwurf geändert!

Ausschnitt aus der historischen Fotografie des Deckengemäldes von Cosmas Damian Asam in der Hofkirche Bruchsal

Heiliger Damian mit Buch und Gefolge.

Was war geschehen?

Asam hatte die Änderungsvorschläge an Schönborn geschickt und keine Antwort erhalten. Das nahm er als Zustimmung und setzte die Arbeit fort, um keine Zeit zu verlieren. „Hinters Licht geführt“ fühlte sich Schönborn und schrieb: „Dieser gute man ist curieus, … er vermeynet, es seye ihm alleine erlaubet, den contract zu explicieren, ich bin dieser aichenmegtigkeit müt, undt hatt er endtlich mit keinem bauren zu tuen … So spielet man nicht mit uns. Wil er brusquiren, so suche er seines gleichens“.

Historische Fotografie des Deckengemäldes von Cosmas Damian Asam in der Hofkirche Bruchsal

Das Deckengemälde im Langhaus der Hofkirche Bruchsal von Damian Cosmas Asam, 1728/29, Fotografie vor der Zerstörung 1945.

Ausschnitt aus der historischen Fotografie des Deckengemäldes von Cosmas Damian Asam in der Hofkirche Bruchsal

Cosmas und Damian in den Fluten.

Änderungen der Motive

Die geplanten Szenen mit dem heiligen Arzt Damian hatte Asam durch dessen Bruder Cosmas ergänzt, denn die Legende beider gehört zusammen. Dazu hatte er die Einteilung des Deckengemäldes verbessert und als Randzone statt gemalter Architektur eine Stuckdekoration imitiert. Die Folge: Die alten Malereien Grestas passten nicht mehr dazu und mussten beseitigt werden. Letztlich kam alles zu einem guten Ende – nach der Fertigstellung ließ Schönborn dem Maler zum Dank einen Rehbock schießen.

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