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Älteste geistliche Barockresidenz am Oberrhein

Schloss Bruchsal

Bildnis Balthasar Neumann, 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele
Gefragter Planer

Balthasar Neumann

Er begann als Glockengießer, Ingenieur und Festungsbaumeister und ging als einer der bedeutendsten Architekten des deutschen Barock und Rokoko in die Geschichte ein: Balthasar Neumann (1687–1753). In Bruchsal entwarf er das berühmte Treppenhaus – aber nicht nur das!

Schloss Bruchsal, Innen, Kuppelsaal, Kuppel, Details; Foto: Dr. Manfred Schneider, Nußloch, www.manfred-schneider.de

Bauherr Damian Hugo von Schönborn mit Bauplan.

Wie kam Neumann nach Bruchsal?

Seit 1711 arbeitete Balthasar Neumann im Fürstbistum Würzburg. Dort kam gleich zweimal ein Schönborn an die Macht. Philipp Franz von Schönborn, der von 1719 bis 1724 regierte, machte Neumann zum obersten Bauleiter der Residenz Würzburg. Friedrich Karl von Schönborn, Fürstbischof von 1729 bis 1746, beschäftigte ihn weiter. Beide waren Brüder des Fürstbischofs von Speyer. Verwandtschaftliche Beziehungen brachten also – wie oft bei den Schönborns – Architekten und Auftraggeber zusammen.

Blick in das Treppenhaus im Neuen Schloss Meersburg mit Statuen von Johann Ferdinand Schratt (1764) und Teil des Deckenfreskos von Joseph Ignaz Appiani (1761); Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Neumanns Treppenhaus im Neuen Schloss Meersburg.

Warum wurde der Baumeister so berühmt?

Bis heute beeindruckt Neumanns spätbarocke Architektur durch ihre besondere Raumwirkung. Berühmt ist der Baumeister für seine Treppenhäuser in den Schlössern in Bruchsal, Meersburg, Würzburg und Brühl, aber auch für zahlreiche Kirchen. Sein Hauptwerk ist die Würzburger Residenz, das dortige Treppenhaus entstand 1735, vier Jahre nach Bruchsal. Doch nicht nur sein Können, sondern auch die großzügige Unterstützung der Familie Schönborn half Neumann bei seiner Karriere sehr.

Schloss Bruchsal, Innen, Intrada; Foto: Dr. Manfred Schneider, Nußloch, www.manfred-schneider.de

Ein wahres Meisterwerk: das Treppenhaus in Schloss Bruchsal.

Was hat Neumann in Bruchsal geschaffen?

Neumann war bis zu seinem Tod 1753 als leitender Architekt für das Schloss verantwortlich und entwarf nicht nur das Treppenhaus. Der Außenbereich vor dem Schloss, der Kirchturm, die Balkonvorbauten und die neuen Verbindungsflügel entstanden nach seinen Plänen, aber auch eine neue Wasserversorgung konzipierte er. Künstler, die zuvor in Würzburg gearbeitet hatten, kamen durch seine Vermittlung an den fürstbischöflichen Hof – ein Glücksfall für Bruchsal. Schließlich entwarf Neumann ein weiteres bedeutendes Bauwerk in der Stadt: die Peterskirche als Grablege der Fürstbischöfe.

50 D-Mark Banknote mit Bildnis Balthasar Neumanns; Foto: Deutsche Bundesbank

Balthasar Neumann auf dem 50 D-Mark-Schein.

Wie konnte Neumann so viele Projekte bewältigen?

Neumann schuf in seinem Leben rund 100 Gebäude. Natürlich konnte er nicht die ganze Zeit an einem Ort sein. Nach Bruchsal kam er insgesamt zwölf Mal. Schönborn, seit 1740 auch Fürstbischof von Konstanz, beauftragte ihn zudem in Schloss Meersburg. Neumann hatte ein Büro mit zahlreichen Angestellten – auch Johann Georg Seitz und Johann Georg Stahl, die zeitweise in Bruchsal als Bauleiter arbeiteten, schickten ihre Söhne zu Neumann in die Lehre.

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