La plus ancienne résidence baroque spirituelle du Rhin Supérieur

Château de Bruchsal

Bildnis von Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn von Johann Zick, um 1750, im Fürstensaal von Schloss Bruchsal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele
Geistlicher Bauherr

Damian Hugo

von Schönborn

Damian Hugo von Schönborn (1676–1743) war der 76. Fürstbischof von Speyer und regierte ab 1719. Der Erbauer von Schloss Bruchsal stammte aus einer mächtigen, weit verzweigten und reichen Adelsfamilie – dennoch galt er als sparsam.

Wappenrelief um 1720/30 für Damian Hugo von Schönborn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Das Familienwappen von Damian Hugo.

Warum hatte er keine Residenz in Speyer?

Dom und Bischofspalast in Speyer waren 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört worden. Außerdem: Speyer war freie protestantische Reichsstadt, das Verhältnis zu den Fürstbischöfen schlecht. Schönborns Vorgänger wohnten in Udenheim – dem späteren Philippsburg – oder in Mainz und Trier, wo sie zeitweise ebenfalls regierten. Zwar wollte Schönborn den Palast in Speyer wieder aufbauen, doch „die zancksichtigen Speyerer“ stellten sich quer. So wurde Bruchsal neue Residenzstadt.

Ausschnitt aus dem Deckengemälde von Johann Zick im Kuppelsaal von Schloss Bruchsal, 1752; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Schönborn als Bauherr von Schloss Bruchsal.

Wieso sind die Schönborns so berühmt?

Die Schönborns waren eine der bedeutendsten Familien im Heiligen Römischen Reich. Sie waren adlig, aber nicht aus hochadligem, regierendem Haus – also sicherten sie ihren Einfluss durch hohe geistliche Ämter. Als Fürstbischöfe von Würzburg, Bamberg, Speyer, Mainz und Trier hatten sie Sitz und Stimme im Reichstag. Ansehen und Nachruhm erlangten die Schönborns auch durch ihre prächtigen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen. Für viele Bauvorhaben empfahlen sie sich gegenseitig Architekten und Künstler.

Bildnis Balthasar Neumann, zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Der Architekt Balthasar Neumann.

Wie drückte sich Damian Hugos Sparsamkeit aus?

Damian Hugo war sparsamer als viele seiner Verwandten, zumal sein Land kriegszerstört war. Für wichtige Entwürfe „lieh“ er sich von den anderen Schönborns bedeutende Architekten wie Maximilian von Welsch, der den ersten Gesamtplan schuf, oder Balthasar Neumann. Die Bauleitung und Detailplanung vor Ort übernahmen heimische Handwerker. Dennoch hat das Schloss eine sehr einheitliche Gestaltung erfahren, die auf den kenntnisreichen Bauherrn zurückgeht. Damian Hugo hatte den Schlossbau, wie er 1731 schrieb, zu seiner „lebens arbeydt“ gemacht.

Bildnis der Markgräfin Sibylla Augusta, um 1744; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden.

Welche Unterstützung erhielt er von Sibylla Augusta?

Die katholische Markgrafschaft Baden-Baden, 1707 bis 1727 von Sibylla Augusta regiert, war Teil des Bistums, das Schönborn als geistliches Oberhaupt betreute. Die Markgräfin war fromm, baufreudig und sachkundig. Beide trafen sich öfter und tauschten sich in Briefen über die Ausstattung ihrer Schlösser aus. Darüber hinaus vermittelte ihm Sibylla Augusta Handwerker für sein Schloss. In Bruchsal stifteten beide das Priesterseminar. Sie waren enge Vertraute – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Porzellane im Spiegelkabinett von Schloss Favorite Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Martine Beck-Coppola

Markgräfin Sibylla Augusta stattete zur gleichen Zeit wie Schönborn ihr Schloss aus – das kostbare Lustschloss Favorite bei Rastatt.

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