The only ecclesiastical residence on the upper rhine

Bruchsal Palace

Laubenzimmer von Schloss Bruchsal;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Überraschungsfund beim Wiederaufbau

Das Laubenzimmer

Im Zuge des Wiederaufbaus und der Modernisierungen im Schloss machte man in den 1970er-Jahren eine Entdeckung, die niemand erwartet hatte: Im südlichen Eckraum des Erdgeschosses kamen unter einem früheren Anstrich original erhaltene Fresken der Barockzeit zum Vorschein.

Gemalter Vogel an der Wand und Lampe im Vordergrund, Detailbild vom Laubenzimmer in Schloss Bruchsal;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Wandmalerei im Laubenzimmer.

Gemalte „Gartenlaube“

Gänge aus hölzernem Gitterwerk, an dem sich Pflanzen hochrankten, waren in den Gärten des Barock üblich. An die Wände und das flache Gewölbe des Laubenzimmers ist Lattenwerk gemalt, umrankt von Weinlaub, in dem Vögel sitzen. Mit der Laubenmalerei und den purpurnen, monochromen Landschaftsbildern der Sockelzone versuchte man, die Natur ins Innere des Schlosses zu holen. Ähnliche Malereien besaßen schon italienische Säle des 16. und 17. Jahrhunderts.

Detail aus dem westlichen Arkadenbau, ehem. Orangerie, in Schloss Favorite Rastatt, mit Resten einer Wandmalerei; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Malerei in der Orangerie in Rastatt.

Ein italienischer Künstler?

Die Fresken könnte der italienische Künstler Giovanni Francesco Marchini ausgeführt haben, der unter Fürstbischof Schönborn auch die übrigen, heute weitgehend rekonstruierten Malereien im Erdgeschoss und die Außenfassaden gestaltete. Kleine Reste von ähnlichen Darstellungen mit Lattenwerk und Weinranken haben sich auch in einer der Orangerien von Schloss Favorite Rastatt erhalten, die um 1718 entstand.

Restaurierung der Malereien

Die Malereien im Laubenzimmer von Schloss Bruchsal wurden nach der Freilegung sorgfältig restauriert. Fehlstellen rekonstruierte man in helleren Tönen – bei genauem Hinsehen bleiben sie so als Ergänzungen erkennbar. Heute ist das Laubenzimmer Teil der Dokumentation „Gebaut, zerstört, wiederauferstanden“, die über den Wiederaufbau von Schloss Bruchsal informiert. So befindet sich in dem originell ausgemalten Raum auch ein Modell der rekonstruierten Fresken aus dem Kuppelsaal.

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