Deckengemälde im Kuppelsaal von Schloss Bruchsal

Macht und Ruhm vor Augen

Das Deckenfresko

Herrschaftlich und selbstbewusst thront er über der Tür zum Marmorsaal. Fürstbischof Franz Christoph von Hutten, der von 1743 bis 1770 regierte, ist in den Fresken im Kuppelsaal zu sehen. Um ihn herum: Gebäude, die er in Bruchsal errichten ließ.

Ausschnitt aus dem Deckengemälde im Kuppelsaal von Schloss Bruchsal von Johann Zick, Anfang des 18. Jahrhunderts

Fürstbischof Schönborn als Bauherr des Schlosses.

Bauen als Repräsentation

Nicht nur das Residenzschloss haben die Fürstbischöfe in Bruchsal gebaut, auch zahlreiche weitere Gebäude in der Stadt gehörten dazu. Auf das eigene bauliche Engagement wiesen Herrscher in der Barockzeit nur allzu gerne hin, denn Gebäude waren Teil der fürstlichen Repräsentation. Als Plattform einer solchen Selbstdarstellung dienten häufig die Deckengemälde – so auch in Bruchsal. Das Fresko im Kuppelsaal schuf Johann Zick 1752.

Ausschnitt aus dem Deckengemälde von Johann Zick im Kuppelsaal von Schloss Bruchsal, 1752

Fürstbischof Hutten als Bauherr und Kunstförderer.

Bauherren an der Decke

Über den Türen zu den Festsälen sind die beiden Bauherren zu sehen: Damian Hugo von Schönborn am Eingang zum Fürstensaal, Franz Christoph von Hutten beim Marmorsaal. Mit weit ausgebreiteten Armen sitzt er auf seinem Thron und weist auf das hin, was er in Bruchsal geschaffen hat – repräsentiert durch männliche Figuren verschiedenen Alters, die Baupläne und Zeichnungen in der Hand halten. Die Frauen links verkörpern Malerei und Bildhauerei. Eine von ihnen meißelt Huttens Wappen in Stein.

Ausschnitt aus dem Deckengemälde von Johann Zick im Kuppelsaal von Schloss Bruchsal, 1752

Zwei Baumeister mit architektonischen Plänen.

Die fürstbischöflichen Baumeister

Links neben Hutten trägt ein junger Mann eine Zeichnung des Schlosses. Hutten hatte dem Schönborn‘schen Bau die Balkonvorbauten hinzugefügt, und darauf spielt die Darstellung an. Möglicherweise handelt es sich bei den Männern um die jeweiligen Bauleiter – demnach wäre der Jüngling der Hofbaumeister Johann Leonhard Stahl. Unter ihm steht ein älterer Herr – vielleicht sein Vater Johann Georg Stahl – mit dem Plan der Kaserne, die Hutten von 1750 bis1753 erbauen ließ.

Ausschnitt aus dem Deckengemälde von Johann Zick im Kuppelsaal von Schloss Bruchsal, 1752

Saline und Wasserburg im Deckengemälde.

Saline und Wasserreservoir

Rechts des Bischofs vollendet ein Putto eine Ansicht der Saline. Auf die Bruchsaler Salzquellen verweist die Frau mit der kleinen Fahne: Sie zeigt das Zeichen, das die Alchemisten, Vorgänger der Chemiker, für Salz benutzten. Der nackte Flussgott unten rechts neben den Kaskaden präsentiert die Wasserburg, die 1748 auf dem Steinsberg über einem neu angelegten Wasserreservoir entstand. Seine Reste sind heute Teil des Schönborn-Gymnasiums. Ganz in der Nähe entstand später ein Schießhaus, das heutige Belvedere.

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