Luftbild von Schloss Bruchsal mit Kuppel der Hofkirche im Vordergrund

St. Damian und Hugo

Die Hofkirche

Die ehemalige Hofkirche von Schloss Bruchsal war die sogenannte Prokathedrale des Bistums Speyer, also die zweite Bischofskirche nach dem Speyerer Dom. Ausgemalt hatte sie einst der berühmte Künstler Cosmas Damian Asam. Heute ist sie im Innern modern gestaltet.

Hofkirche, Torwachtgebäude und Corps de logis von Schloss Bruchsal, Ansicht von Südosten

Die Hofkirche liegt in einem Seitenflügel.

Eine Kirche – viele Funktionen

Von außen ist sie nicht als Kirche zu erkennen: St. Damian und Hugo liegt im südlichen Flügel des Schlosses am Ehrenhof. Ihr Turm, 1740 von Balthasar Neumann entworfen, wurde aus Symmetriegründen aus dem engeren Schlossbereich weggerückt. Nur ein langer Gang verbindet ihn mit der Kirche. Sie hatte einst viele Funktionen: Prokathedrale des Bistums, Hofkirche und Pfarrkirche. Im angrenzenden Priesterseminar wurden junge Geistliche ausgebildet.

Historische Innenansicht mit Blick auf Chor der Hofkirche von Schloss Bruchsal, Foto um 1870

Die Hofkirche um 1870 vor den Kriegszerstörungen.

Berühmt: Cosmas Damian Asam

Helle Deckengemälde, dunkler Marmor und Stuckmarmor, lebensgroße Figuren – so feierlich präsentierte sich die Hofkirche in fürstbischöflicher Zeit. Ihre Ausstattung lag Damian Hugo von Schönborn besonders am Herzen. Für die Fresken investierte er viel Geld: Er engagierte den berühmten Maler Cosmas Damian Asam. Sein Verhältnis zu Schönborn war zeitweise schwierig – doch das Ergebnis seiner Arbeit eindrucksvoll. In heiteren Pastelltönen hatte er Szenen aus der Geschichte der Heiligen Cosmas, Damian und Hugo gemalt.

Aus Trümmern geborgen

Aus den Trümmern der Kirche barg man 1945 neun kleine Statuetten von Aposteln aus Bronze. Heute sind sie wieder in der Kirche zu sehen – als eines von wenigen Zeugnissen aus der alten Kirche, die sich erhalten haben. Die Figuren gehörten zu einer Gruppe aus Christus, Maria und den zwölf Aposteln, die bereits 1593 in Augsburg entstand. Ursprünglich schmückten sie den Tabernakel des Hochaltars.

Drei barocke Apostelfiguren, Standort Hofkirche von Schloss Bruchsal

Leicht beschädigt, aber erhalten: die Statuetten der Apostel aus Bronze.

Innenansicht der Hofkirche von Schloss Bruchsal

Heute präsentiert sich die Hofkirche modern.

Moderner Wiederaufbau

Von 1960 bis 1966 wurde der Kirchenflügel wieder aufgebaut. Das Innere gestaltete der Architekt Lothar Götz hell, modern und bewusst zurückhaltend. Die Ausstattung stammt von renommierten Künstlern der damaligen Zeit. Den Altarraum – jetzt im Zentrum der Kirche – und das bronzene Kruzifix entwarf der Wiener Bildhauer Fritz Wotruba. HAP Grieshaber, damals Professor an der Kunstakademie in Karlsruhe, schuf die Kreuzwegbilder: Druckplatten für Holzschnitte fasste er in Weiß und Gold und machte sie zu festlichen Kunstwerken.

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