Einzige geistliche Residenz am Oberrhein

Schloss Bruchsal

Festlicher Raum im Seitenflügel

Der Kammermusiksaal

Hell, freundlich und elegant wirkt der Kammermusiksaal in seinem zarten Gelb. Gestaltet wurde er Ende des 18. Jahrhunderts im Stil des frühen Klassizismus – einzigartig im Schloss. Der Saal liegt im Kammerflügel, der seinen Namen von der Finanzverwaltung, der „Kammer“, hat.

Kammermusiksaal von Schloss Bruchsal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Stuck in Weiß und Gold: der Kammermusiksaal.

Eleganter Frühklassizismus

Eine Fülle von filigranen, flachen Stuckdekorationen überzieht Wände und Decke: verspielte, aber symmetrische Ornamente, die in streng gegliederte Wandfelder eingebunden sind. Die Girlanden, Blattzöpfe und Rosetten erinnern an die Kunst der Antike. Nach dem Rokoko leitete man mit diesem Übergangsstil in Frankreich ab etwa 1760 den Klassizismus ein. Benannt ist diese Phase nach Ludwig XVI., dem damaligen König von Frankreich: Louis-Seize.

Modernisierungen

Die Funktion des Raumes wird in den Stuckdekorationen deutlich: In die hängenden Girlanden sind Musikinstrumente einbezogen. Schon unter Fürstbischof Schönborn war hier ein Musiksaal gewesen – damals zweigeschossig mit umlaufender Galerie. Das Deckengemälde verherrlichte den Fürstbischof als Förderer der Architektur und der Künste. Damian August von Limburg-Stirum, seit 1770 an der Regierung, ließ 1776 eine Zwischendecke einziehen und den Raum durch Joachim Günther neu gestalten

Verspielt, aber in streng gegliederten Feldern – die Dekorationen im Kammermusiksaal sind im frühklassizistischen Louis-Seize-Stil gestaltet.

Stuckdekoration im Kammermusiksaal im Schloss Bruchsal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Girlande mit Blasinstrumenten.

Musik am Hof

Anfangs hatte es am Hof in Bruchsal vor allem Laienmusiker gegeben. Unter den Fürstbischöfen Hutten und Limburg-Stirum kamen zahlreiche Berufsmusiker hinzu und das Orchester vergrößerte sich auf rund 50 Personen, einschließlich Sängern. Limburg-Stirum förderte die Hofmusik besonders. So war die Modernisierung des Kammermusiksaals auch seine bedeutendste Baumaßnahme in Schloss Bruchsal, denn sonst war er eher sparsam.

Kammermusiksaal mit Flügel und Bestuhlung in Schloss Bruchsal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Der Kammermusiksaal ist mietbar.

Der Saal nach dem Wiederaufbau

Nach der Zerstörung des Schlosses im Zweiten Weltkrieg war der Kammermusiksaal 1955 der erste bedeutende Raum in Schloss Bruchsal, der wieder hergestellt war. Auf die Vergoldung der Ornamente wie im ursprünglichen Zustand musste man jedoch aus Kostengründen weitgehend verzichten. Seine Funktion erfüllt der Raum noch heute. Der Kulturring Bruchsal veranstaltet hier regelmäßig die Bruchsaler Schlosskonzerte – eine hochkarätig besetzte internationale Kammermusikreihe.

TIPP

Sie können den Kammermusiksaal bei Sonderführungen besichtigen oder bei musikalischen Veranstaltungen erleben. Außerdem können Sie den Saal für Konzerte und Festlichkeiten mieten – ebenso wie weitere Räume im Schloss.

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