Einzige geistliche Residenz am Oberrhein

Schloss Bruchsal

Eingangshalle, Grotte, Gartensaal

Das Erdgeschoss

Die Räume im Erdgeschoss sind voller Malereien. Manche von ihnen wirken verblüffend plastisch – typisch barock! Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Fresken größtenteils wieder hergestellt werden. Der Gartensaal allerdings zeigt bis heute bewusst die Folgen des Krieges.

Illusionistische Malerei am Dienergeschoss im Vestibül von Schloss Bruchsal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Illusionistische Malerei am Dienergeschoss im Vestibül von Schloss Bruchsal.

Freundlicher Empfang

Die Eingangshalle, die Intrada, bildet mit ihren hellen, illusionistischen Malereien den heiteren Auftakt des Schlosses. Das Deckenfresko zeigt ein moralisch-christliches Motiv: den Sieg der sieben Kardinaltugenden über die Laster. Über den seitlichen Säulen der Intrada ist die Galerie des Dienergeschosses zu erkennen. Damian Hugo von Schönborn ließ es 1726 entgegen der Pläne einbauen – und machte damit einen Neuentwurf des Treppenhauses notwendig.

Raum (Grotte) im Erdgeschoss von Schloss; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer Bruchsal mit Säulen und Deckengemälde

In der Grotte herrscht unterirdisches Zwielicht.

Die Grotte im Schloss

Künstliche Grotten gab es in vielen barocken Gärten – in Schloss Bruchsal schuf man einen ähnlichen Raum im Innern. Trotz zahlreicher Öffnungen zum Treppenhaus wird die Grotte nur schwach beleuchtet, der Eindruck einer Höhle entsteht. Mit einem solchen Raum sollte die irdische Welt symbolisiert werden. Pflanzen, Muscheln, Brunnen und Flussgötter sind an den Wänden zu sehen, Hinweis auf die lebensspendende Energie des Wassers. An der Decke zeigt die Malerei einen Ausblick nach oben – in den mit Vögeln bevölkerten Himmel.

Kunstvoll rekonstruiert: die Malereien

Ein Großteil der Malereien im Erdgeschoss, die von Giovanni Francesco Marchini stammten, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg rekonstruiert. Besonders schön: die Steinbänke an den Wänden. Fast möchte man sich hinsetzen – doch sie sind nur gemalt! An der linken Wand haben sich originale Reste der Fresken Marchinis erhalten: Darstellungen antiker Tempelruinen, die sich durch den Brand nach dem Luftangriff rötlich verfärbten.

Als wären sie echt: der Flussgott, der Vogel und die Bank vor den Ruinen in der Grotte.

Gartensaal in Schloss Bruchsal mit sichtbaren Kriegsschäden an Flachgewölbe und Deckenmalerei, an den Seiten Gartenskulpturen von Joachim Günther aus dem Jahr 1762;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Der Gartensaal in Schloss Bruchsal.

Der Gartensaal erinnert an die Zerstörung

Noch deutlicher sind die Wunden des Zweiten Weltkriegs im Gartensaal zu erkennen: Hier verzichtete man auf eine komplette Rekonstruktion der Malereien. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Regen und Frost der ungeschützten Ruine zugesetzt. An der Decke des Saals platzte die Farbschicht ab, darunter kamen die originalen Vorzeichnungen Marchinis zum Vorschein. Zerstörung und Wiederaufbau von Schloss Bruchsal dokumentiert die Dauerausstellung „Gebaut, zerstört, wiederauferstanden“, links vom Gartensaal.

TIPP

Ein Menuett im Gartensaal tanzen – das können „Höflinge“ ab 6 Jahren bei unseren Kinderführungen für Gruppen. Oder wollen die Kleinen lieber mit dem Schlossdrachen auf Entdeckungsreise gehen? Wir bieten Ihnen zahlreiche Möglichkeiten!

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