Photographien von Georg Maria Eckert aus dem Jahre 1870 dokumentieren die Zugehörigkeit der in reichem Schnitzwerk vergoldeten Tische zu den unter Fürstbischof Franz Christoph von Hutten geschaffenen Prunkappartements. Die historischen Photos zeigen, dass die beiden Tische im gelben oder roten Zimmer, also den beiden an der südlichen Gartenseite gelagerten Paradezimmern der fürstbischöflichen Residenz, ihre ursprüngliche Aufstellung hatten.
Auch historische Schriftquellen von Schloss Bruchsal nennen in diesen beiden Räumen die vergoldeten Konsoltische: Nach dem Inventar von 1813 (GLA 56/2658) gehörten zur Einrichtung im gelben Zimmer „2 consoltisch von venezianischem Marmor auf ganz vergoldetem Gestell“ sowie im darauffolgenden roten Zimmer „2 Consoltisch mit orientalisch Marmor Platten und vergoldetem Gestell“.
Die beiden Konsoltische waren Raum bestimmende Glieder der Ausstattung. Ihre Schmuckformen waren auf die Wandvertäfelung abgestimmt.
Geschaffen wurden die Konsoltische vermutlich von Ferdinand Hundt. Ornamentformen und Schnitzwerk an den beiden Konsolen zeigen viele Gemeinsamkeiten mit den Wandvertäfelungen der Bruchsaler Beletage, mit deren Fertigung Ferdinand Hundt vom Speyerer Fürstbischof beauftragt worden war. Hundt war am 6. November 1751 für 300 fl als Hofschreiner engagiert worden. Balthasar Neumann empfahl ihn dem Fürstbischof zusammen mit Johann Zick auf Grund ihrer herausragenden Leistungen beim Innenausbau der Würzburger Residenz. Hundts Arbeiten an den gartenseitigen Paradezimmern, insbesondere die Wandvertäfelung und Möbel im Würzburger Audienzzimmer, gelten seit ihrer Entstehungszeit bis heute zu den besten Zeugnissen der „Schreiner und Zierratenschneidearbeit“ des deutschen Rokoko.
1995 waren die beiden Konsoltische bei der Auktion in Baden-Baden für einen vergleichsweise hohen Preis in den Kunsthandel gegangen – sie schienen zunächst für die Verwendung in Schloss Bruchsal verloren. Dass die Schnitzkunstwerke von den Staatlichen Schlössern und Gärten nun in der berühmten französischen Privatsammlung entdeckt wurden, ist ein großer Glücksfall. Im Februar 2009 gelang es gerade noch rechtzeitig, die Kunstwerke für das Land zu sichern. Sie sind zwei entscheidende Stücke im Puzzle der Rekonstruktion der Bruchsaler Beletage.