Schloss Bruchsal

Intrada mit Blick in die Grotte und ins Treppenhaus

Der Ruhm des Bruchsaler Schlosses wird von seinen Innenräumen mit ihren meisterhaften Raumschöpfungen und Dekorationen begründet. Man betritt den Mittelteil des Hauptbaus durch die Eingangshalle (Intrada), ein Vorraum, der von dorischen Säulen umgeben ist. Außer den plastischen Simsen sind alle weiteren Architekturteile nur Scheinarchitektur und durch Illusionsmalerei dargestellt. Das rekonstruierte Deckengemälde zeigt den Sieg der weltlichen und theologischen Tugenden über das Laster.

"Grotte" inmitten des Schlosses

Die Grotte liegt in der Mitte des in seitlichen Ovalen aufsteigenden Treppenraums. Die vielfältigen Raumeindrücke verbinden sich mit den phantastischen Malereien, die der Freskomaler Giovanni Francesco Marchini schuf, zu einem subtil gestalteten Gewölbe.

Gartensaal

Diesem Raum schließt sich der Gartensaal (Sala Terrena) an, der auf die Schlossterrasse und in den Garten führt. Wie in der Grotte finden sich hier Illusionsmalereien und Scheinarchitekturen zu einem kostbaren Raum, über dem im Deckenbild der Götterolymp darstellt ist.

Das Treppenhaus des Bruchsaler Schlosses ist ein architektonischer Höhepunkt, es gilt als die „Krone aller Treppenhäuser“ und führt, durch zwei gekrümmte Aufgänge allmählich aufsteigend, aus den eher dämmrigen Bereichen der Grotte immer weiter ins lichte Obergeschoss empor. Hier stehen die Besucher schließlich auf einer inselartigen Plattform, von der zwei Brücken in die einander gegenüberliegenden Säle führen. Über allem wölbt sich die weite, durch direktes und indirektes Licht durchflutete Kuppel, deren Deckenbild allegorisch die Geschichte des Bistums Speyer zeigt.

Lesen Sie hier mehr über diese geniale Schöpfung Balthasar Neumanns.


Treppenhaus Balthasar Neumanns Fürstensaal Marmorsaal mit reicher Rokokoverzierung


Zu den weiteren Prunkräumen gehört der Fürstensaal, in dem unter Balthasar Neumanns Leitung zwischen 1751 und 1754 der Stuckator Johann Michael Feuchtmayr und der Maler Johannes Zick arbeiteten. Hier hängen Porträts der Speyrer Fürstbischöfe. Der barocke Fürstensaal führt in den prächtigsten der drei Festsäle, den Marmorsaal, der in seiner Farb- und Materialausstattung und mit seinen fünf hohen Fensternischen und seiner den Übergang von Wand zur Decke auflösenden Gestaltung ein differenziertes Bild höchster Rokoko-Kunst darstellt.

Kanzleigebäude

Schloss Bruchsal verlor nach dem Tod Kardinal Christoph von Huttens und dem Ende des Absolutismus seine bedeutende und einflussreiche Stellung. Nachdem mit der Säkularisation 1803 der geistliche Besitz in weltliche Hände überging, fiel Speyer an das Haus Baden.

Von 1810 bis 1832 bewohnte die verwitwete Markgräfin Amalie von Baden den nördlichen Schlossteil. Nach ihrem Tod stand das Schloss viele Jahrzehnte leer.

Nach dem verheerenden Bombardement im März 1945 lagen Stadt und Schloss Bruchsal nahezu zerstört. In den Folgejahren verwittert die Ruine zusehends. Seit 1964 widmete sich das Land Baden-Württemberg dem Wiederaufbau: der Restaurierung.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook