Das berühmte Treppenhaus in Schloss Bruchsal, von Balthasar Neumann aus einer Grundidee des Architekten Freiherr von Ritters entwickelt, wird von manchen als Höhepunkt in der Entwicklung barocker Raumgestaltung gerühmt. Sie verdeutlicht die barocke Idee der Raumverschmelzung und Raumdurchdringung auf vielfältige Weise. "Das Bruchsaler Treppenhaus war die Krone aller Treppenhäuser des Barockstils, (...) in der geistreichen Anlage und hohen Raumpoesie unerreicht".
Aus: Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, München 1993
Die Raumfolge der fürstlichen Prunkräume im Corps de Logis, von Fürstensaal und Marmorsaal lässt die künstlerische Entwicklung und Steigerung der Raumwirkung vom Barock zum Rokoko verfolgen. Der ab 1751 ausgeführte Fürstensaal zeigt noch eine starke Untergliederung von Wänden und Decke durch Gesimse, die den Übergang zwischen beiden Teilen deutlich markieren. Im Marmorsaal verschmelzen Wand und Decke mittels Architektur, Stuckatur und Malerei zu einer differenzierten Einheit und vermitteln die Illusion eines unendlichen Raumes.