Anekdoten

Schloss Bruchsal Gartenseite

"Ich habe nun den ort ausgelesen, wohe mein residentz hinkommen solle, ich habe mein tag kein schönere situation von allem gesehen, es ist zu Bruchsal, ein slott, viel größer als Aschaffenburg, rechdt schön wieder gebauet."
Damian Hugo von Schönborn an seinen Bruder, Fr. Erwein, 9. März 1720

Am 4. April 1720 wird ein Dekret gegen "das herumziehende, liederliche Gesindel und diebische Zigeunervolk" erlassen, in dem für diese Menschen der Einsatz zur Zwangsarbeit bei der Errichtung des Bruchsaler Schlosses befohlen wird.

Gesamtanlage

"(...) Quaeso Emtz., schicken sie mir copiam des wahrhaften riß sambdt den oeconomie gebeyden, es dienet dem Schönbornischen bauwurmb bisweilen zu vergnügen. (...) Ich baue haldt in ein landt, wohe täg- und stündlich kriech (...) Also muß es auch so gebauet werden, daß wan eine flam aufgehet, das andere gebey noch zu erretten, also wirdt fast alles voneinander separiret, hat doch seine communicationes, hat viele hof und separationes, lieget im schönsten prospect, so sein kan auf 20 bis 30 stundt hinaus, in einer anhöhe (...)
Damian Hugo von Schönborn an seinen Bruder, Fr. Erwein, Bruchsal,18. Mai 1723

Fresko

"Mit meinem bau wil es dies jahr noch nicht rechdt rutschen, und bin ich mit dem baumeister nicht rechdt zufrieden und dem bauamdt, dan es seindt etliche sehr böse und gefährliche dinge paßiret, also das nun alle tag selbst auf den bauplatz fahre und nachschaue"
Damian Hugo von Schönborn an Lothar Franz, Bruchsal, 27.April 1726

Deckenfresko im Treppenhaus

"Ewer hochfürstl. gnaden solle untertänigst berichten, wie daß ich noch als zu Bruchsal bey seiner hochfürstl. Eminentz befinde, und da ich erstens die helfte von den modell der stigen und deren architektur in holtz und gips mit eigener hand verfertiget und nach meiner meinung genug zu sein erachtet, so haben aber seiner hochfürstl. Eminentz ein solch gnädiges belieben und gefallen daran gehabt und verlangten den anderen teil auch, so war auch geschehen; (...) ich beeile mich, was nur kan, umb balden widerumb das Würtzburgische und Bambergische zu besorgen".
Balthasar Neumann an den Bischof zu Würzburg, Bruchsal, 17. Februar 1731

vergolden

In einer zeitgenössischen Beschreibung zur Technik des Vergoldens heißt es: "Der Vergolder reibt den breiten Anschießpinsel an seiner Stirn, und macht ihn hier klebricht. Das Goldblatt hängt sich daher an, wenn er sich demselben mit dem Pinsel nähert, und er kann es also vermittelst des Pinsels ausgebreitet auf die benetzte Stelle legen." Der erwähnte Anschießpinsel war ein zwischen Kartonblättern gefaßter flacher Pinsel.

Markgräfin Amalie Friederike von Baden

Nach der Säkularisation hatte das Bruchsaler Schloss als geistliche Residenz ausgedient. Es diente nur noch zuweilen als Sommerresidenz oder Witwensitz. Markgräfin Amalie von Baden lebte hier von 1803 bis 1832. Als Gegnerin der Französischen Revolution soll sie sich 1805 geweigert haben, Napoleon zu empfangen. Dieser charakterisierte sie durch seine Äußerung: "Sie ist der einzige Mann am Badischen Hofe".

 

 

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook