Wandteppiche gehörten und gehören zu den größten beweglichen Ausstattungsstücken in den Schlössern. Maße von vier Metern Höhe und sechs Metern Breite sind keine Seltenheit. Dabei sind die aus Wolle und Seide gewirkten Tapisserien überaus wertvoll. Die Herstellung eines Quadratmeters dauerte drei bis vier Monate und beschäftigte ein ganzes Heer von Handwerkern.
Schon in der Antike dienten Tapisserien zur prachtvollen Ausstattung von Innenräumen. Später waren Krönungen, Fürstenhochzeiten oder Einzüge von Herrschern ohne üppige Bildteppiche kaum vorstellbar.
Auch die Fürsten im deutschen Südwesten besaßen Hunderte dieser teuren Tapisserien, erworben in den flandrischen und französischen Zentren der Teppichwirkerei. Doch im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die Wandteppiche unmodern, und was nicht in Kriegen und bei Umzügen verloren ging, wurde in Dienerwohnungen verschlissen oder in den Magazinen von den Motten gefressen.
Heute sind vergleichsweise wenige Tapisserien erhalten – im Besitz der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg immerhin 166 Stück.