Die reiche Ausstattung der Schlösser mit Tapisserien hat eine eigene Wirtschaftsgeschichte. Schon im Mittelalter war die Nachfrage der europäischen Adelshöfe nach den aufwendigen Wirkereien so groß, dass sich Zentren bildeten, die auf die Herstellung oder die Vermarktung von Wandteppichen spezialisiert waren (Brüssel, Lille, Oudenaarde und Antwerpen).
Herkunftsnachweise, Marken, Kennzeichnungspflichten und eigene Signaturen durch die Hersteller wurden eingeführt, um Qualität zu garantieren.
Beeinflusst von der Wirtschaftstheorie des Merkantilismus gründeten im 18. Jahrhundert viele Fürsten eigene Manufakturen. Damit wollten sie den Bedarf an teuren Tapisserien im eigenen Land decken. Die württembergische Manufaktur in Stuttgart bzw. Ludwigsburg bestand beispielsweise nur knapp 40 Jahre. Sie wurde 1739 aufgegeben, als die Arbeiten an der Ausstattung von Schloss Ludwigsburg vorläufig abgeschlossen waren.